...zumindest nach den Angaben von http://www.evangelikal.de/statistik.html - ein kleiner Auszug:
Die Situation der Evangelikalen: Trends & Fakten
Die absolute Zahl der Evangelikalen hängt natürlich davon ab, ob man der hier vertretenen Definition folgt, nach der die meisten Pfingstler/Charismatiker zu den Evangelikalen gezählt werden.
Patrick Johnstone geht für das Jahr 2000 von 420 Millionen Evangelikalen weltweit aus, zählt dabei allerdings nur die klassische Pfingstbewegung mit, nicht die unabhängigen Charismatiker. Ein anderer Statistiker, David Barrett, nennt die Zahl von 700 Millionen Evangelikalen, wobei diese Abweichung möglicherweise nur darauf beruht, daß eine größere Schnittmenge zwischen Evangelikalen und Pfingstlern/Charismatikern angenommen wird. Ferner trifft man im Internet häufig auf die Angabe von 650 Millionen Evangelikalen für das Jahr 2000. Irgendwo dazwischen wird die Wahrheit wohl liegen - ich orientiere mich in etwa am Mittelwert von 600 Millionen für das Jahr 2000. Übereinstimmung besteht jedenfalls in allen Quellen darin, daß das Wachstum der Evangelikalen sehr hoch ist und den Hauptanteil am zahlenmäßigen Wachstum des Christentums ausmacht.
Folgende Trends der Entwicklung sind festzuhalten:
* Während in Nordamerika immerhin 30 % der Bevölkerung evangelikal sind, sind evangelikale Christen in Europa eine kleine Minderheit. Allgemein ist die Zahl der Evangelikalen im Westen seit 1960 langsam aber beständig gewachsen, während der Rest des Christentums im Westen einen bedeutenden Schrumpfungsprozeß erlebt. Das Wachstum der Evangelikalen findet aber vor allem in Lateinamerika, Afrika und Asien statt, wodurch sich der geographische Schwerpunkt deutlich verschoben hat: Im Jahre 1960 haben nichtwestliche Evangelikale nur etwa 50 % der Evangelikalen im Westen ausgemacht. Im Jahr 2000 sind sie bereits viermal so zahlreich wie die Evangelikalen im Westen und im Jahr 2010 werden es siebenmal soviele sein.
* Insgesamt ist der Islam mit 2,1 % jährlich die prozentual am schnellsten wachsende der großen Weltreligionen. Seine Wachstumsrate überschreitet die der Weltbevölkerung, so daß sein Anteil an der Weltbevölkerung von 12,5 % im Jahr 1900 auf 21,5 % der Weltbevölkerung im Jahr 2000 gewachsen ist. Allerdings ist dieses Wachstum größtenteils auf das (noch) sehr hohe Bevölkerungswachstum in islamischen Ländern zurückzuführen und beruht nur zu einem geringen Teil auf Konversionen. Substantielle Hinwendungen von Bevölkeruingsteilen zum Islam finden an sich nur in Afrika statt. Außerhalb Afrikas verliert der Islam in der Summe eher durch Säkularisierung als daß er Konvertiten gewinnen würde. Eine Rolle spielt dabei gerade die politische Radikalisierung des sog. Islamismus, von der sich viele gemäßigte Moslems abgestoßen fühlen. In den letzten Jahrzehnten sind u.a. deshalb mehr Moslems zum christlichen Glauben gekommen als je zuvor.
* Obwohl das Gesamtchristentum langsamer wächst als der Islam (etwa 1,4 % jährlich), wächst der evangelikale Teil des Christentums mit 4,7% jährlicher Zuwachsrate mehr als doppelt so schnell. Mit anderen Worten: Der Anteil der Evangelikalen erhöht sich innerhalb des Christentums ebenso deutlich wie an der Weltbevölkerung insgesamt. Heute sind weltweit etwa ein Drittel der Christen und 10 % der Weltbevölkerung Evangelikale. Dieser Anteil wird in den kommenden Jahrzehnten voraussichtlich weiter steigen.
* Das Wachstum des Gesamtchristentums geht fast allein auf das Konto der Evangelikalen, die für sich genommen eine der am schnellsten wachsenden größeren Glaubensgruppen sind. Das Wachstum der Evangelikalen beruht im Gegensatz zum Wachstum des Islam überwiegend auf Konversionen von Andersgläubigen, weniger auf Bevölkerungswachstum. Dies ergibt sich bereits aus der prozentualen Wachstumsrate von 4,7 %, die weit höher als die der umgebenden Bevölkerung (Weltbevölkerung: 1,39 %) liegt.
* Die Römisch-Katholische Kirche wächst weltweit nur noch mit 0,5 % jährlich. Dieses Wachstum ist deutlich geringer als das der Weltbevölkerung (1,39 %). Daher nimmt der Prozentsatz der Katholiken an der Weltbevölkerung ab. Dies ist hauptsächlich auf Verluste durch Säkularisierung in Europa und auf die Abwanderung zu evangelikalen Gemeinden in Lateinamerika und Afrika zurückzuführen.
* Noch deutlicher im Niedergang befinden sich die liberalen protestantischen Kirchen, da deren Glaubensgrundlage und missionarisches Bewußtsein durch die bibelkritische Theologie zersetzt wurde. Diese Kirchen - z.B. die evangelischen Landeskirchen in Deutschland - haben in der Regel überhaupt kein Wachstum mehr, sondern schrumpfen weltweit selbst in absoluten Zahlen, während die Weltbevölkerung mit 1,4 % jährlich steigt. Mittelfristig wird dies zu einem erheblichen Bedeutungsrückgang führen. Typisch: "Liberale Theologie wird in immer kleiner werdenden Gemeinden in immer leereren Kirchengebäuden gepredigt."
* Klassische Weltreligionen wie Buddhismus und Hinduismus befinden sich in einem Prozeß des langsamen Niedergangs. Zahlenmäßige Gewinne im Westen gleichen die Verluste in den asiatischen Herkunftsländern dieser Religionen bei weitem nicht aus. Die missionarischen Herausforderungen der Zukunft liegen daher in erster Linie in der Auseinandersetzung mit dem Islam, mit der agnostischen Säkularisierung breiter Bevölkerungsschichten - u.a. auch vieler Namenschristen - und mit dem Wachstum der sog. “neuen Religionen” und esoterischen Sondergruppen.
